Tradition
Geschichte der Trauermärsche
1946
Das Läuten der Glocken
Zwei Schuljungen, so berichten unterschiedliche Quellen, bestiegen am 13. Februar 1946, dem ersten Jahrestag der Zerstörung Dresdens, den Turm der Dresdner Kreuzkirche und läuteten zum Zeitpunkt des Beginns der Angriffe, gegen 22:00 Uhr, die Glocken.
Das Glockenläuten zu dieser Zeit am 13. Februar entwickelte sich seitdem zu einem festen Bestandteil Dresdner Erinnerungskultur.
1982
Friedensgebet
Lesen Sie, wie ein involvierter Zeitzeuge auf die Ereignisse der Jahre 1981 / 1982 zurückblickt, welche schließlich, entgegen dem Willen des Staates, zu dem bekannten und machtvollen Friedensgebet in der Dresdner Kreuzkirche führten.
Erinnerungen von Nils Reifenstein
Im Spätsommer 1981 kamen junge Friedensaktivisten in Dresden gemeinsam mit mir auf die Idee, auf unkonventionelle und nichtstaatliche Art und Weise ein Zeichen für Abrüstung und Frieden in der Form zu setzen, dass die Idee verfolgt wurde, sich am 13. Februar 1982 an der Ruine der Frauenkirche mit Kerzen schweigend zu treffen. Da an Druckmaschinen und Kopierer damals nicht zu denken war, wurden per Schreibmaschine und Blaupapier in mühsamer Feierabendarbeit Flugblätter erstellt und anschließend an Freunde und Bekannte verteilt, innerhalb der DDR per Post verschickt und im Herbst auf dem Schwarzbierfest an der Wallterrasse verteilt. Die Antwort der Sicherheitsorgane ließ nicht lange auf sich warten.
Ich bekam auf der Lehrwerkstatt in Radebeul Besuch der Staatssicherheit, welche sich Anfangs nur etwas mit mir unterhalten wollten, mit der Zeit aber durchschauen ließen um was es ging und dass es auch Konsequenzen geben könnte. Gleichzeitig wurden ich und andere in die Volkspolizeizentrale des Bezirkes Dresden – der Schießgasse, speziell dem Neubau welcher mittlerweile abgerissen wurde – vorgeführt, Erkennungsdienstlich behandelt, sprich fotografiert, Fingerabdrücke und Geruchsproben wurden genommen und es wurde nach dem Ideengeber gefragt, der für die Flugblätter verantwortlich sei, welche mittlerweile, wie mir vorgehalten wurde, bis zum RIAS in Westberlin gelangt seien. Ich ließ mich aus Angst vor einer Haftstrafe auf eine Mitarbeit mit der Staatssicherheit ein – zumindest bis zu meinem Ausreiseantrag 1984.
Nichtsdestotrotz kam es am 13. Februar 1982 durch Unterstützung von Jugendpfarrern und dem Pfarrer der Dresdner Kreuzkirche abends zu einem machtvollen Friedensgebet mit mehreren Tausend jungen Männern und Frauen aus der gesamten DDR und einer anschließenden Weiterführung der Idee an der Dresdner Frauenkirche in den folgenden Jahren.
Fakt ist, dass damals wie heute die Trauer der Dresdener und anderer kanalisiert, gesteuert und missbraucht wird und eine unabhängige und freie Trauer und Bekenntnisarbeit in der DDR genauso wie in der BRD kriminalisiert, verfolgt, verfemt und totgeschwiegen wird – wir aber gerade an diesem Abend in Dresden nicht als Nationalisten sondern als Bürger und Unterstützer der Dresdner, wie ich oft genug in den letzten Jahren erfahren durfte, gesehen werden und auch auf Grund dessen willkommen sind. Daher bin ich es leid zu erleben wie um Demotermine gestritten wird – für mich als Deutscher und Dresdner ist der 13. Februar Pflicht – egal welches Wetter gerade ist und egal welche Schikanen die Staatsmacht sich auf Weisung von ganz oben einfallen lässt – gedenken wir der Toten des Bombenholocaust in Dresden mit der Würde und Andacht die diese Opfer verdienen und machen sie nicht, genau wie die Herrschenden, zum Austragungsort von Partei- oder Privatinteressen.
1990
David Irving in Dresden
Erstmals am 13. Februar 1990, später noch einmal am 5. Juni desselben Jahres, spricht der bekannte Dresden-Historiker David Irving vor mehr als 500 Teilnehmern (andere Quellen sprechen von bis zu 1200 Zuhörern) im Dresdner Kulturpalast. Bis zu seiner Rückkehr nach Dresden 2015 vergehen 25 Jahre .
1995
Britische Krokodilstränen
Der ehemalige Vorsitzende der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands erinnert sich an seine ersten Aktionen rund um das Gedenken in Dresden Anfang der 1990er Jahre bis zu seiner Verhaftung 1996. So auch an den Besuch der britischen Königin Elisabeth II., anlässlich des 50. Jahrestages der Zerstörung Dresdens 1995.
Erinnerungen von Günter Deckert
Seitdem ich in JN wie NPD politisch etwas zu „melden“ hatte, gehörte das Thema „Dresden“ zum festen Terminkalender im Monat Februar. Als ich nach dem Fall der Mauer und dem Untergang der Mauermörder-Diktatur auf deutschem Boden 1991 zum Vorsitzenden der NPD gewählt worden war, fand bereits 1992 eine kleine Verteilaktion mit etwas mehr als einem Dutzend Teilnehmern aus meinem Kreisverband Heidelberg / Rhein Neckar auf dem Dresdner Altmarkt statt. Im Herbst zuvor hatte ich im Rahmen einer Sachsen-Rundreise auf dem Rathaus in Dresden als NPD-Vorsitzender vorgesprochen, um Unterlagen zur Bombardierung nachgesucht und angefragt, ob es seitens der Verwaltung wegen einer Gedenkveranstaltung auf dem Altmarkt Bedenken gäbe. Man war erstens mehr als überrascht und sah zweitens keinerlei Bedenken. Die Aktion wurde von den Dresdnern freundlich aufgenommen. Es kam zu keinen Zwischenfällen, auch nicht zu Anpöbeleien, sieht man von dümmlichen Sprüchen einiger westdeutscher Besucher ab.
Im Jahr darauf fand dann mit nicht ganz 100 Teilnehmern, darunter fast die Hälfte aus Sachsen, eine Gedenkveranstaltung am Trümmerrand der Frauenkirche statt. Auch diese Veranstaltung verlief ohne Gegendemo oder Störungen. Im Jahr darauf waren es bereits noch mehr Teilnehmer.
1995 kam die englische Königin zu Besuch. Dieses Mal plante ich am Samstag vor dem königlichen Besuch am 13. Februar, einem Montag, eine Sternfahrt durch die Dresdner Innenstadt und eine groß angelegte Verteilaktion im Zentrum. Wie die Jahre zuvor wurde das über die NPD-Pressestelle angekündigt zusammen mit einem „Offenen Brief“, den ich an Elisabeth II. schrieb, der unter anderem auch den Hinweis enthielt, sie möchte neben Krokodilstränen auch einen großen Scheck mitbringen. Auf der Fahrt im plakatierten Wagen nach Dresden türkte das System kurz vor der Ausfahrt Dresden-Altstadt einen Unfall auf der Autobahn. Ich wurde aus meinem Wagen heraus verhaftet mit der Begründung „Versuchte Teilnahme an einer verbotenen Veranstaltung“. Die Behörden hatten sowohl die Sternfahrt als auch die Verteilaktion untersagt, angeblich aus Sicherheitsgründen. Ich wurde in der „Grünen Minna“ in das Polizeipräsidium gebracht, stundenlang verhört und am Abend in das Gefängnis eingeliefert. Mein PKW wurde beschlagnahmt, die jugendlichen Mitfahrer wurden nach einigen Stunden Freiheitsberaubung entlassen und mussten mit der Bahn nach Hause fahren.
Ich selbst wurde dem Amtsgericht Dresden zugeführt, wo eine junge Richterin, eine Anfängerin, mit ihrem schwäbischen Ausbilder wegen möglicher Gefährdung des Besuchs der Königin „Schutzhaft“ gegen mich verhängte. So kam ich noch am Samstagabend in Haft, wo ich von dort Einsitzenden mit „Willkommen im Loch“ begrüßt wurde. Ich wurde indes sehr gut versorgt und auch seelsorgerisch betreut. Am Montagabend gegen 18 Uhr, nach der Abreise der Königin, wurde ich zur Politpolizei gebracht. Dort wurde mir eröffnet, ich könne jetzt die Heimreise antreten, müßte jedoch Dresden bis spätestens Mitternacht verlassen haben. Andernfalls werde man mich erneut in Haft nehmen. Gegen 19.30 Uhr hatte ich meinen Wagen wieder, fuhr zum Altmarkt und verteilte unter den Augen der Beamten meine Dresden-Flugblätter. Danach fuhr ich gen Westen und wurde bis in den Raum Frankfurt von zwei Polizeiautos begleitet. Zuerst von Sachsen, dann von Thüringern und zum Schluß von Hessen.
1996 hatte ich wieder eine größere Aktion in Dresden geplant. Doch dazu kam es wegen meiner Verhaftung Ende Oktober 1995 auf dem Frankfurter Flughafen, sowie meiner Absetzung als Parteivorsitzender 1996 – durch innerparteiliche Ränke einiger Funktionsträger – nicht mehr. Im März 1996 wurde Udo Voigt mit den „Delegierten kraft Amtes“ mit nur 6 Stimmen mehr zum neuen Vorsitzenden gewählt. Den neuen Vorgaben innerhalb der NPD fiel dann auch „Dresden“ zum Opfer, da dies Ausdruck „rückwärtsgewandter Politik“ sei. Meiner Erinnerung nach, war es dann die JLO, die gemeinsam mit Dresdner Kameraden die Gedenk-Aktivitäten wieder aufleben ließ. Nachdem ich 2009 zum ersten Mal wieder dabei war, reiste ich auch 2010 gemeinsam mit Kameraden aus meinem heimatlichen Umfeld nach Dresden. Wir hatten Glück, daß wir nur eine zerrissene Fahne zu beklagen hatten. Ich würde mich freuen, wenn die Veranstalter aus den Erfahrungen von 2010 die entsprechenden Lehren gezogen haben und es zukünftig wieder gelingt, ein würdiges Gedenken in Dresden durchzuführen – allen Unterdrückungsversuchen zum Trotz. Bei diesem Vorhaben wünsche ich viel Glück und auch entsprechendes Stehvermögen.
Die Anfänge
(1998 – 2006)
1998
Eine Idee wird geboren
Transparentaktion 1998 nahe der Frauenkirche am Fürstenzug.
Ein ehemaliger Teilnehmer erinnert sich, wie nach dem Zusammenbruch der DDR nach und nach der von den Massenmedien verordnete Schuldkomplex einsetzt. Dieser mündet schließlich, im Februar 1998, in einen gewaltsamen Übergriff der Polizei gegen eine Gruppe Jugendlicher, unter dessen Eindruck die Idee eines jährlichen Trauer- und Gedenkmarsches in Dresden geboren wird.
Erinnerungen von Ronny Thomas
Schon zu DDR-Zeiten entwickelte sich in Dresden eine eigene Kultur des Gedenkens an die Zerstörung unserer Heimatstadt und den tausendfachen Feuermord an Kindern, Frauen, Männern, Greisen und unzähligen Flüchtlingen aus den deutschen Ostgebieten. Fernab von staatlich bestimmten Vorgaben, trafen sich in den Abendstunden Dresdner, um mit Kerzen an den Trümmern der Frauenkirche in Stille zu gedenken. Auch in den Tageszeitungen der staatlich gelenkten DDR-Systempresse sprach man von angloamerikanischen Terrorangriffen gegen die Kulturstadt Dresden und ihre Bevölkerung. Nach dem Zusammenbruch des DDR-Systems 1989, fand erstmals am 13. Februar 1990 eine größere Veranstaltung der Stadt Dresden im Kulturpalast statt. Hierbei trat der englische Historiker und Schriftsteller David Irving vor 500 Zuhörern auf und stellte den „Untergang Dresdens“ mit Hilfe englischen Archivmaterials dar. In der veröffentlichten Meinung von Presse, Rundfunk und Fernsehen fand das Thema über die Zerstörung der Stadt Dresden größtenteils nur regional statt. Erst zum Gedenken an den 50. Jahrestag im Jahre 1995 fand das Thema auch eine überregionale Bedeutung. Hierbei setzte aber nach und nach immer mehr der Schuldkomplex der verordneten Medien ein, dass die Zerstörung Dresdens als Rechtfertigung für Kriegsziele herhalten musste. Aus diesem Grund entwickelte sich zunehmend eine innere Verpflichtung, um dieser veröffentlichten Stimmungsmache entgegen zu treten. Und so traf man sich erstmalig 1998 nicht nur mit Kerzen, sondern führte ein Transparent mit sich, auf welchem man kurz aber direkt hervorhob: „DAS WAR KEIN KRIEG – DAS WAR MORD“. In der Höhe des Fürstenzuges wurde aber sofort eine Gruppe von 60 Menschen von aufgerüsteten Polizeieinheiten eingekesselt und am Weitergehen gehindert. Nachdem das Transparent entrollt wurde, wurde dies sogleich entrissen und zwei junge Menschen wurden unter dem Einsatz des Schlagstockes in Gewahrsam genommen. Aus Protest gegen dieses gewaltsame Vorgehen des Staates wurde das Lied „Die Gedanken sind frei…“ angestimmt. An diesem Abend ist die Idee geboren, in Zukunft mit einem öffentlichen Trauermarsch auf den zehntausendfachen Mord vom 13. Februar 1945 in Dresden aufmerksam zu machen.
Und so fanden sich 1999 in den Abendstunden über 150 Teilnehmer ein, um an einer angemeldeten Veranstaltung der damals lautenden Organisation „Junge Landsmannschaft Ostpreussen“ (JLO) teilzunehmen. Der Trauerzug startete am Dresdner Hauptbahnhof, über die Prager Straße und endete direkt an den Trümmern der Frauenkirche. Mit Flugblättern wurde auf unser Anliegen aufmerksam gemacht, was von der Dresdner Bevölkerung positiv aufgenommen wurde. Die Idee, die ein Jahr zuvor unter den Eindrücken des Schlagstockes von Polizeieinheiten des Systems geboren wurde, hatte Gestalt angenommen und sollte sich in den künftigen Jahren zu einem festen Termin über die Grenzen von Dresden
etablieren.
1999
Die ersten Trauermärsche
In den Abendstunden des 13. Februar 1999 finden sich über 150 Teilnehmer ein, um an einer angemeldeten Veranstaltung der damals lautenden Organisation „Junge Landsmannschaft Ostpreussen“ (JLO) teilzunehmen. Der erste Dresdner Trauermarsch startet am Hauptbahnhof, zieht über die Prager Straße und endet direkt an den Trümmern der Frauenkirche. Die Idee, die ein Jahr zuvor unter den Eindrücken der Polizeigewalt geboren wurde, entwickelt sich in den künftigen Jahren zu einem festen Termin, der traditionell am Abend des 13. Februar von Gästen auch weit über Dresdens Grenzen hinaus wahrgenommen wird.
2004
Ein Wendepunkt
14. Februar 2004: Erstmals seit 1999 kein Gedenken mehr am 13. Februar.
Spätestens mit dem Einzug der NPD in den Sächsischen Landtag tritt eine deutliche Interessensverlagerung ein. Mit Bockwürstchen, Dixi-Klos und Verkaufsständen wandelt sich die einstige Gedenkveranstaltung immer mehr zu einem politischen „Event“. Zuvor transportierte Inhalte verlieren indes immer weiter an Gewichtung. Besonders aus den Reihen örtlicher Aktivisten wächst die Kritik an dieser Entwicklung.
Im Jahr 2005 fällt der 13. Februar auf ein Wochenende. Während ein verstärktes parteipolitisches Auftreten zu beobachten ist, rücken inhaltliche Aspekte weiter in den Hintergrund.
Die Entwicklung der Vorjahre reißt auch bei der Veranstaltung am 11. Februar 2006 nicht ab. In der Folge verstärkt sich die kritische Auseinandersetzung über mangelnde Inhalte und die gesetzten Schwerpunkte.
Aktionsbündnis
(2007 – 2016)
2007
Aktionsbündnis gegen das Vergessen
Ein umfangreicher Zeitzeugenvortrag unter Leitung des Historikers Dr. Olaf Rose, fand im Rahmen der ersten Aktionswoche des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“
im Jahr 2007 statt.
Das seit dem Jahr 2004 vorangetriebene Abrücken der Veranstalter von einer abendlichen Gedenkveranstaltung am 13. Februar, hin zu einem politisierten „Massenevent“, sorgt vor allem in Dresden, aber auch darüber hinaus, für Unmut. Die Kritik an den Zuständen findet letztendlich im Jahr 2007 ihren sichtbaren Ausdruck in der Entstehung des „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“, das in den folgenden zehn Jahren nicht nur eine bundes- und europaweit beachtete Aktionswoche initiiert, sondern auch die Forderung nach der Errichtung eines würdigen Denkmals zu Ehren der Dresdner Luftkriegstoten wieder aufgreift und verloren gegangene Inhalte zurück in den Mittelpunkt der Betrachtung stellt.
Auch setzt sich das Aktionsbündnis für eine Rückkehr auf das ursprüngliche Datum – den 13. Februar – ein, der inzwischen mehr und mehr den Dresdner Stadtoberen und der von ihnen öffentlich propagierten Lesart der historischen Ereignisse überlassen wird.
Verschiedene Straßentheater und andere kreative Aktionen gehörten immer wieder zum Bestandteil der „Aktionswoche 13. Februar“. Hier im Jahr 2008 vor der Dresdner Semperoper.
2008
Ein Ringen um Schwerpunkte
Während einerseits das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ daran arbeitet, seine Aktivitäten weiter auszubauen, setzt sich andererseits die politische Überlagerung des Gedenkens weiter fort. Im Ringen um die Schwerpunkte und Inhalte der Erinnerungskultur in Dresden etabliert sich eine zweite Gedenkveranstaltung des Aktionsbündnisses, welche zwar ganz klar als deutliche Reaktion verstanden werden soll, sich jedoch nicht als explizite Gegenveranstaltung begreift, sondern vielmehr als Ergänzung innerhalb des gesamten Themenkomplexes.
Die Aktion „1000 Lichter für Dresden“, hier im Rahmen der „Aktionswoche 13. Februar 2008“, wurde für Jahre ein fester Bestandteil.
Auch bei der Großveranstaltung am 16. Februar 2008 wird das Gedenken deutlich von politischen Inhalten flankiert.
2009
Nicht der Täter „geh-denken“
1.200 Teilnehmer aus mehreren Ländern beteiligten sich am Dresden-Gedenken 2009.
Als Reaktion auf die Initiative „Geh Denken“, unter der verschiedenste politische wie gesellschaftliche Gruppierungen und Organisationen mehrere Jahre die Dresdner Luftkriegstoten verhöhnen, versammeln sich unter der Losung „Nicht der Täter ‚geh-denken‘!“ am 13. Februar 2009 1.200 Teilnehmer zum Dresden-Gedenken.
2010
Blockiert! Auf der Suche nach neuen Wegen
Zerstörte Fahrzeuge, Angriffe auf Reisegruppen, brennende Barrikaden, Verletzte und eine verhinderte Großveranstaltung, so die düstere Bilanz des 13. Februar 2010. Das Oberverwaltungsgericht verlegt den Treffpunkt zuvor an den Neustädter Hauptbahnhof in Dresden. Eine Allianz aus gewaltbereiten Antifaschisten, bekannten Bundes-, Landes- und Regionalpolitikern sowie verschiedensten Organisationen blockiert daraufhin, teils unter Anwendung massiver Gewalt, mit mehr als 10.000 Menschen die Anfahrts- und Zugangswege zur Gedenkveranstaltung. Später stellt sich heraus: der Staat finanzierte zu einem nicht unerheblichen Teil die Anreise der Gegendemonstranten.
Eine beginnende Suche nach Gegenstrategien ist ebenso die Folge, wie eine einsetzende Resignation der Veranstalter der bisherigen Großveranstaltung.
Allerorten Polizei und eine unübersichtliche Lage, so die Situation am 13. Februar 2010, als massive Gewalt und rechtswidrige Blockaden ein Gedenken in Dresden unmöglich machen.
2011
Jetzt erst recht! Gegen das Vergessen!
Ein Transparent des damaligen Aktionsbündnis gegen das Vergessen beim Dresden-Gedenken am 13. Februar 2011.
Nach den aufwühlenden Ereignissen im Jahr 2010 gelingt es, am 13. Februar 2011, wieder ein Dresden-Gedenken mit etwa 1800 Teilnehmern durchzuführen. Darunter abermals Vertreter verschiedener Länder. Der Versuch einer erneuten, als Sternmarsch konzipierten, Großdemonstration am darauffolgenden Wochenende scheitert aufgrund massiver Gewaltexzesse linker Krawalltouristen, welche Dresden in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versetzen. Die Südvorstadt wird verwüstet, der polizeiliche Notstand ausgerufen.
Im Ergebnis ziehen sich die bisherigen Veranwortlichen zum Teil zurück. Aktivisten aus Dresden jedoch führen das Gedenken auch in den kommenden Jahren, allen Widerständen zum Trotz, weiter.
Massive Gewalt von Links, bürgerkriegsähnliche Zustände und polizeilicher Notstand verhindern den erneuten Versuch einer Großdemonstration am 19. Februar 2011.
2012
Junge Menschen, geht gegen den Wind!
Die Fahnen senken sich zur Totenehrung. Dresden-Gedenken 2012.
2.000 Gäste aus mehreren europäischen Nationen begleiten das ehrende Dresden-Gedenken in Erinnerung der Dresdner Luftkriegstoten vom 13. Februar 1945. Neben den aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmern wohnen auch Delegationen unter anderem aus den Niederlanden, Russland, der Tschechischen Republik, Schweden, Irland, der Schweiz und erstmals auch aus Finnland der Veranstaltung am 13. Februar 2012 bei.
2013
Durchhalten!
Polizeieinheiten kesseln am 13. Februar 2013 400 Teilnehmer am Lennéplatz ein. Ähnliche Szenen ereignen sich am Dresdner Hauptbahnhof.
13. Februar 2013. Ein weiteres Jahr verhindern gewaltbereite Linksextremisten, geduldet von Staat und Polizei, die Anreise mehrerer hundert Teilnehmer des Dresden-Gedenkens. So werden sowohl am Hauptbahnhof (etwa 500), als auch am Lennéplatz (etwa 400) angereiste Gäste aus In- und Ausland in Polizeikesseln festgehalten und über Stunden gewalttätigen Angriffen ausgesetzt. Allein am Lennéplatz zählen die Organisatoren 38 Verletzte.
Trotz stundenlanger Angriffe im Polizeikessel wird die Totenehrung abgehalten. Nur Durchhalten!
2014
Gegen die Unkultur des Vergessens
Nach vier Jahren des „eisernen Durchhaltens“ endlich wieder möglich: Ein würdiges Dresden-Gedenken 2014.
Infolge eines notwendigen Strategiewechsels, aber auch dank des langen Atems und Durchhaltevermögens der Veranstalter, gelingt es am 12. Februar 2014 mehr als 500 Teilnehmern aus mehreren europäischen Ländern, erstmals seit den seit 2010 anhaltenden Blockaden gewaltbereiter Linksextremisten, wieder ein erfolgreiches, vor allem aber ehrenhaftes und würdiges Totengedenken in der am 13. Februar 1945 durch alliierte Luftstreitkräfte schwer zerstörten Kunst- und Kulturstadt Dresden durchzuführen.
2015
David Irving zurück in Dresden
Am 14. Februar 2015, 25 Jahre nach seinem letzten Besuch, spricht der bekannte britische Historiker David Irving wieder in Dresden.
25 Jahre nach seinem letzten Auftritt und nach dem Ablauf eines langjährigen Einreiseverbotes gelingt es den Dresdner Organisatoren, David Irving erneut nach Dresden zu holen. Sein Referat am 14. Februar 2015 ist, neben einem Gedenkflieger, einer Aktion mit 200 Luftballons und einem Infostand in der Innenstadt, nur eine von zahlreichen Aktivitäten rund um den 70. Jahrestag der Zerstörung Dresdens. Den Abschluss bildet das von 550 Teilnehmern aus zehn Nationen besuchte Dresden-Gedenken am 15. Februar 2015.
200 Luftballons steigen in den Himmel auf: Nur eine von vielen Aktionen rund um den 70. Jahrestag der Zerstörung Dresdens.
2016
Aus der Trauer zur Kraft!
Kundgebung des Dresden-Gedenkens 2016 am Sandsteinobelisken in Nickern.
Durch ein großes Wohnviertel zu einem Gedenkstein in Dresden-Nickern führt das Dresden-Gedenken 2016. Den Sandsteinobelisk mit seinem klaren Bekenntnis zur mahnenden Erinnerung der „Opfer des anglo-amerikanischen Bombenterrors“ noch deutlicher als bisher in das Gedenken mit einzubinden, ist eine klare und selbstbewusste Entscheidung der Organisatoren. Forderungen der Dresdner Gutmenschen nach einer Umgestaltung des Denkmals folgen prompt.
Bis heute
(2017 –)
2017
Wieviele starben? Wer kennt die Zahl?
Dresden-Gedenken 2017: Bei der Abschlusskundgebung sprechen auch Gäste aus mehreren europäischen Ländern.
Aus insgesamt sechs Ländern kommen die 800 Gäste am 11. Februar 2017 nach Dresden, um ehrenvoll der Opfer der alliierten Luftangriffe von 1945 zu gedenken. Neben den Reden aus der Tschechischen Republik und Österreich bleibt vor allem der Beitrag der serbischen Gäste eindrucksvoll in Erinnerung, deren Sprecher auf die Ereignisse im Krieg gegen Ex-Jugoslawien hinweist.
2018
Wir sind hier, um die Wahrheit auszusprechen!
Die Spitze des Demonstrationszuges beim Dresden-Gedenkens 2018.
Gut 600 Teilnehmer aus sieben Ländern versammeln sich am 10. Februar 2018 und ziehen ungestört durch die ehemaligen historischen Dorfkerne im Dresdner Osten, welche bei den Berichten zur Zerstörung der Stadt oft dem Vergessen anheimfallen und so wieder in den Fokus gerückt werden sollen.
Die Abschlusskundgebung, bei der unter anderem auch der Europaabgeordnete Udo Voigt spricht, findet am Großen Garten in der Nähe des Zoos statt. Beide Orte spielen in der Geschichte der Zerstörung Dresdens eine tragische Rolle.
2019
Erhebet die Herzen!
Wieder durch die Dresdner Innenstadt: Das Dresden-Gedenken 2019.
Das Dresden-Gedenken 2019, am Abend des 15. Februar, markierte nicht nur den 74. Jahrestag der Zerstörung der Kunst- und Kulturstadt Dresden durch alliierte Terrorbomber, sondern auch das 20. Jahr nationaler Erinnerungskultur in der sächsischen Landeshauptstadt. Mehr als 1200 Teilnehmer aus acht Nationen folgten dem Ruf ihres Gewissens. Aus gegebenem Anlass bewegte sich der Gedenkmarsch nach einigen Jahren wieder durch die Dresdner Innenstadt.




























