Vergesst uns nicht! – Dresden-Gedenken 2017

Vergesst uns nicht! – Dresden-Gedenken 2017

„Ein Volk ist nur so viel wert, wie es seine Toten ehrt“, ist man geneigt die Ereignisse rund um das traditionelle Dresden-Gedenken in diesem Jahr zu überschreiben.

Gut 800 Teilnehmer aus Deutschland, Österreich, Serbien, der Tschechischen Republik, Frankreich und Schweden versammeln sich am frühen Abend des 11. Februar 2017 in Dresden, um der ungezählten Frauen, Kinder, Alten und Flüchtlinge zu gedenken, welche im alliierten Bombenhagel und Feuersturm am 13. Februar 1945 auf grausamste Weise ihr Leben lassen mussten.

So Sir Charles Portal, RAF-Stabschefs, ab 1944 Marschall der Royal Air Force und wie Sir Arthur Travers Harris glühender Verfechter des so genannten „Moral Bombing“, also dem Flächenbombardement um die Moral und den Widerstandswillen der deutschen Bevölkerung zu brechen.

Pünktlich gegen 17:00 Uhr setzt sich der Marsch über die Ammon- und Budapester Straße in Richtung Südvorstadt in Bewegung. Aus den die Straßen flankierenden großen Wohnblöcken schauen die Menschen, ein Ruf „Deutschland“ erklingt, während getragen von klassischer Musik und ausgesprochener Disziplin das unsichtbare Band der Gemeinschaft die Teilnehmer auf der Straße in aufrechtem Gedenken vereint.

Der Gegenprotest in diesem Jahr scheint marginal. Selbst die Dresdner Neuesten Nachrichten sprechen lediglich von „Hunderten Dresdnern“, welche sich dem „Naziaufmarsch“ entgegenstellen.

Entsprechend nüchtern auch das Fazit des Bündnis Dresden-Nazifrei, dass sich die gescheiterten Blockadeversuche mit allerlei Selbstbetrügereien schön zu reden versucht. Eine Prognose für kommende Jahre lässt sich aus dem diesjährigen Geschehen freilich nicht ableiten, möchte man mahnend den Zeigefinger erheben!

Gegen 18:30 Uhr erreicht der Gedenkmarsch wieder den Hauptbahnhof. Auch dieser ein Symbol der sinnlosen Zerstörung. Die für heutige Generationen wohl unvorstellbaren Szenen, welche sich während des Erstschlages in der Nacht des 13. Februar 1945 hier abspielten, beschreibt Gertrud Rogge in ihrem Buch „Brandmale – Eine Flucht in die Hölle von Dresden“. Es wird Aufstellung genommen, Fackeln werden entzündet und die Gedenkfeier beginnt.

Neben den Reden aus der Tschechischen Republik und Österreich bleibt vor allem der Beitrag der serbischen Gäste eindrucksvoll in Erinnerung, deren Sprecher auf die Ereignisse im Krieg gegen Ex-Jugoslawien hinweist. Die zivilen Luftkriegsopfer von Belgrad und anderer serbischer Städte verdeutlichen, ganz zu schweigen von den aktuellen Kriegsschauplätzen dieser Welt, wie sehr der Bombenkrieg gegen die Zivilbevölkerung auch heute noch eine Konstante in der Kriegsführung der Westalliierten von USA und NATO darstellt.

Eine Schweigeminute und das Absingen der Nationalhymne beschließt das diesjährige Dresden-Gedenken und lässt den Ruf nachhallen:

„Vergesst niemals Dresden!“

Aus der Trauer zur Kraft – Dresden-Gedenken 2016

Aus der Trauer zur Kraft – Dresden-Gedenken 2016

Seit nunmehr 10 Jahren engagiert sich das Dresdner Aktionsbündnis für ein ehrendes Gedenken an die zivilen Luftkriegstoten der Stadt. Mit dem erklärten Ziel, entgegen dem Zeitgeist des ewigen Schuldkultes eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem alliierten Bombenkrieg im Allgemeinen und der Zerstörung Dresdens im Besonderen anzuregen, traten im Jahr 2007 Menschen unterschiedlichen Alters und politischer Herkunft erstmals mit einer Aktionswoche an. Nicht nur juristische und finanzielle Spielräume wurden dabei in den vergangenen Jahren bis an ihre Grenzen ausgelotet. Nun stellt das Aktionsbündnis seine Arbeit ein.

Es ist ein ruhiger Abend im Dresdner Osten, blickt man auf die vergangenen Jahre zurück. Gut 700 Teilnehmer haben sich in der Wilhelm-Liebknecht-Straße, im Stadtteil Dobritz, zum diesjährigen Dresden-Gedenken versammelt. Unter ihnen abermals Gäste aus Griechenland, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, der Schweiz und Polen. Kurz nach 19:00 Uhr setzt sich der Gedenkmarsch in Viererreihe, unter Fackelschein und begleitet von klassischer Musik in Bewegung. Eben so, wie es seit vielen Jahren in Dresden gute Tradition ist. Die Strecke durch ein großes Wohnviertel, wo Anwohner den vorbeiziehenden Menschen zuwinken und applaudieren, sich sogar selbst in den Trauerzug einreihen, führt zu einem Gedenkstein in Dresden-Nickern, den zeitgleich eine kleine Gruppe mit einer angemeldeten Mahnwache für den ankommenden Demonstrationszug besetzt hält. Die Sandsteinstele mit ihrem klaren Bekenntnis zur mahnenden Erinnerung der „Opfer des anglo-amerikanischen Bombenterrors“ noch deutlicher als bisher in den Gedenkmarsch mit einzubinden, ist eine klare und selbstbewusste Entscheidung der Organisatoren.

Naturgemäß anders sieht dies LINKEN-Politiker und (Noch)Sprecher des Bündnis Dresden-Nazifrei, Silvio Lang, der dahinter einen vermeintlichen Sieg des linken Straßenterrors vergangener Jahre erkennen will. Kein Wunder. Dem durch fortgesetzte Niederlagen enttäuschten Publikum muss dringend ein Erfolg verkauft werden, sei er auch noch so fadenscheinig. Denn bereits nach wenigen hundert Metern endet an diesem 12. Februar der Versuch, auf die Demonstrationsstrecke zu gelangen um diese zu blockieren. Selbst der vermeintlich lautstarke Protest verhallt nahezu ungehört an den Schallschutzwänden der großen Hauptverkehrsader, auf welcher die Deutschlandhasser im Polizeikessel ausharren müssen. Ruhig und ungehindert schiebt sich währenddessen der lange Gedenkmarsch Schritt um Schritt entlang der Fritz-Meinhardt-Straße und biegt wenig später auf den Platz am Denkmal ein, wo Aufstellung zur Totenehrung genommen wird. Neben dem Vogtländer Tony Gentsch sowie Organisator und Anmelder Maik Müller aus Dresden, weisen auch Vertreter aus der Tschechischen Republik, Ungarn und Polen auf die Kontinuität des alliierten Bombenterrors bis in heutige Tage hin und verleihen ihrer Solidarität im Gedenken der zivilen Luftkriegstoten von Dresden Ausdruck. Besonders die Grußworte aus Polen dürfen hier als beeindruckendes Novum gelten und als erster nicht zu unterschätzender Schritt zum Aufbau neuer, vor allem aber ernsthafter, Kontakte zum östlichen Nachbarn in gegenseitigem Respekt unserer Traditionen und Kultur! Schon erklingt die Nationalhymne in allen drei Strophen und verhallt alsbald im Dunkel der heraufziehenden Nacht. Das diesjährige Dresden-Gedenken, ein voller Erfolg!

Bereits die ganze Woche über hatten Menschen in Dresden und weit darüber hinaus im Rahmen der Aktionswoche 13. Februar vielfältige Veranstaltungen organisiert um, ganz im Sinne der Initiatoren, eine Auseinandersetzung mit den verheerenden Bombardements anzuregen. Ob gemeinsame Themenabende, Riesenbanner beim Europatag der Pegida sowie am Rathaus, Gedenken an der Trümmerfrau, Plakate, ein Informationsstand in der Innenstadt, groß angelegte Flugblattverteilungen oder die offizielle Vorstellung der DVD „Verbotene Fakten“ vom Besuch David Irvings am 14. Februar 2015 – das Aktionsbündnis und das von ihm getragene Gedenken an Dresdens Luftkriegstote war auch in diesem Jahr wieder täglich präsent. Und auch am 13. Februar selbst waren Aktivisten und Unterstützer des Bündnisses in Dresden unterwegs, ließen Luftballons steigen, entzündeten Kerzen, legten Blumen nieder, stellten Schilder und Holzkreuze an exponierten Orten in der Stadt auf. All zu deutlich zeigt sich hier noch einmal die Verlogenheit eines Silvio Lang, der junge Menschen schamlos für die menschenverachtende Propaganda der Deutschlandhasser zu instrumentalisieren versucht. Seine Behauptung, man hätte die „Nazis“ aus der Dresdner Innenstadt vertrieben, bleibt eine bloße, von reinem Wunschdenken getriebene Phantasterei.

Doch wie geht es weiter? Die Leistung des Aktionsbündnisses aus Dresden in den vergangenen 10 Jahren ist unbestritten. Zeitzeugen wurden befragt und ihre Erinnerungen für nachfolgende Generationen dokumentiert, Schriften wie die Broschüre „DRESDEN – Der Menschlichkeit entgegen“ oder die Erzählung „Die ermordete Stadt“ herausgegeben. Schließlich, zum 70. Jahrestag der Bombardierung Dresdens, folgte die Einladung des bekannten britischen Historikers David Irving. 25 Jahre nach seinem letzten offiziellen Besuch in der Elbestadt. Auch dieser Vortrag ist nun auf einer DVD mit dem Titel „Verbotene Fakten“ erschienen. Nicht zu vergessen das Flugzeug, das am 13. Februar desselben Jahres über Dresden mit einem Spruchband unmissverständlich klar machte: WIR sind es, die der Toten von Dresden aufrecht und ehrenhaft gedenken! Doch nach dem Februar war und ist für die Dresdner Aktivisten bekanntlich auch immer vor dem Februar. Und so bereitet man sich in der Landeshauptstadt derzeit nicht nur auf einen für Mitte März angesetzten Gerichtstermin über Repressionen und gewalttätige Ausschreitungen vergangener Jahre vor, sondern wehrt sich auch gegen aktuelle Versuche die aufopferungsvolle Arbeit mittels hoher Geldbußen zu kriminalisieren. Gleichzeitig wird alles dafür getan, auch zukünftig eine angemessene Form des Gedenkens in Dresden aufrecht zu erhalten, wie der Sprecher des Aktionsbündnisses, der bekannte langjährige Aktivist Maik Müller, verrät:

Selbst schuld also, wer den dreisten Lügen der Deutschlandhasser um Silvio Lang eine größere Gewichtung beimisst als den Erfolgen der Gemeinschaft standhafter Frauen und Männer aus Dresden. Fest steht: es werden auch weiterhin tapfere Menschen dafür Sorge tragen, dass den ungezählten toten Frauen, Kindern, Männern und Flüchtlingen unter dem alliierten Bombenhagel ein angemessenes und ehrendes Gedenken zuteil wird. Dies gilt es, neben allem gebotenen Einsatz in den Stürmen unserer Zeit, auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen!

WIR gedenken! – Dresden-Gedenken 2015

WIR gedenken! – Dresden-Gedenken 2015

Nach einer ereignisreichen Aktionswoche fand am 15. Februar, mit bis zu 550 Teilnehmern, der Gedenkmarsch anlässlich der Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 statt. All die bewussten Falschdarstellungen und Übertreibungen linker wie öffentlicher Medien können über diesen Erfolg nicht hinwegtäuschen. Der Tag, an dem siebzig Jahre zuvor – im Februar 1945, die Frauenkirche nach vier Angriffswellen anglo-amerikanischer Bomber gegen die sächsische Kunst- und Kulturstadt einstürzte, war bewusst gewählt. Schon das Kampagnenmaterial, welches auch in diesem Jahr wieder hunderttausendfach herausgegeben wurde, trug als Leitbild eine Symbiose aus Ruine und wieder auferstandener Frauenkirche.

Ab 16.00 Uhr sammelten sich die Teilnehmer auf dem Theaterplatz, von wo aus der Gedenkmarsch planmäßig über Sophienstraße, Taschenberg und Schloßstraße auf die Wilsdruffer Straße zog. Lediglich auf der St. Petersburger Straße kam es zu kurzen Wartezeiten durch Blockadeversuche. Anstatt den Gedenkmarsch die verbliebenen gut 950 Meter bis zum Hauptbahnhof ziehen zu lassen, sorgten die Störer für eine fast zwei Kilometer lange Erweiterung der Strecke, mitten durch ein Wohngebiet in der westlichen Seevorstadt, bis zum geplanten Endpunkt am Hauptbahnhof. Hier konnte der diesjährige Gedenkmarsch mit einem Grußwort David Irvings, Redebeiträgen unserer Gäste aus Österreich und Italien, sowie dem gemeinsamen Absingen unserer Nationalhymne beendet werden.

„Entweder es findet seitens der Nazis gar keine Aktion statt oder aber eine Aktion, die sich im Level mit der Aktion vom 12. Februar 2014 decken könnte… …Wir wissen, dass seit Anfang des Jahres mobilisiert wird. Wir wissen auch, dass die Aktionswoche der Nazis im verkleinerten Rahmen stattfinden wird. Insgesamt sind die Möglichkeiten durch den Wegfall der Finanzierung über die NPD-Landtagsfraktion deutlich geringer“.

So zitierten die Dresdner Neueste Nachrichten den Sprecher des Bündnis Dresden Nazifrei, Silvio Lang, noch am 6. Februar. Mit dem was tatsächlich folgte, haben wir nicht nur die Kontinuität unserer Arbeit unter Beweis gestellt, sondern vor allem auch Silvio Lang ein weiteres Mal lügen gestraft! Neben vielen kleinen nach Innen gerichteten Aktivitäten verliefen Aktionen wie das Aufsteigen von 200 Luftballons mit Postkarten vom Theaterplatz, ein mehrstündiger Infostand in der Stadt, oder der Einsatz unseres Gedenk-Fliegers am 13. Februar nicht nur äußerst positiv, sondern erreichten in jedem der Fälle eine breite Öffentlichkeit. Gekrönt wurde all dies von einem Gedenkmarsch, der durch diszipliniertes Auftreten aller Teilnehmer auch anlässlich des 70. Jahrestages der Zerstörung Dresdens zu einem Würdigen wurde.

Wenn der Erfolg antifaschistischer Intervention nun darin besteht, dass sich durch die letztendlich doch erfolglosen Blockadeversuche Dauer und Länge unserer Veranstaltung maßgeblich erhöht haben, oder dass wir unsere Kränze angeblich „wieder mitnehmen mussten“, wie wir es in jedem Jahr zu tun pflegen um sie an anderer Stelle abzulegen, dann „Herzlichen Glückwunsch!“. Diese Art von Berichterstattung zeigt nicht nur die Verlogenheit des von Lang geführten Bündnisses gegenüber seinen Anhängern. Sie zeigt auch, dass sich mit unserem Anliegen nie ernsthaft auseinandergesetzt wurde. Für die real existente Oberflächlichkeit eines Bündnis Dresden Nazifrei reicht es eben „einfach dagegen“ zu sein. Wir heften unser Gedenken nicht an Teilnehmerzahlen und missbrauchen das mahnende Erinnern an die Dresdner Luftkriegstoten nicht für plumpe Hetze oder politische Interessen. Worin der uns gebetsmühlenartig angedichtete Vorwurf des Missbrauches durch unser Engagement genau bestehen soll, ist bisher nie konkret definiert worden. Etwa in unserer Forderung nach einem angemessenen Mahnmal oder unserer kritischen Haltung gegenüber den Expertisen einer gekauften Historikerkommission? Der tatsächliche Missbrauch findet dort statt, wo politische Eliten den 13. Februar als eigene Bühne instrumentalisieren oder wild gewordene Extremisten regelrechte Freudentänze auf den Straßen dieser geschundenen Stadt veranstalten!

Nachdem wir nun zwei Jahre in Folge die Möglichkeit zu einem entpolitisierten Gedenken in Stille und Würde gegeben haben, dies jedoch erwartungsgemäß ausgeschlagen wurde, werden wir nun den 13. Februar wieder in den Fokus unseres Handelns rücken!
Unser Dank gilt all jenen, welche am 15. Februar zu einer gelungenen Gedenkveranstaltung in Dresden beigetragen haben!

Grazie! nach Italien…
Thank you! nach Großbritanien…
Děkuji! a Ďakujeme! in die Tschechische Republik und die Slowakei…
ευχαριστώ πολύ! nach Griechenland…
Dankjewel! in die Niederlande…
Mange takk! nach Norwegen…
Vielen Dank! nach Deutschland, in die Schweiz und Österreich…

Gegen die Unkultur des Vergessens – Dresden-Gedenken 2014

Gegen die Unkultur des Vergessens – Dresden-Gedenken 2014

Unter dem Motto „Gegen die Unkultur des Vergessens“ konnte heute in der am 13. Februar 1945 durch alliierte Luftstreitkräfte schwer zerstörten Kunst- und Kulturstadt Dresden mit mehr als 500 Teilnehmern aus Deutschland, Norwegen, der tschechischen Republik und weiterer befreundeter Nationen ein erfolgreiches, vor allem aber ehrenhaftes und würdiges, Totengedenken durchgeführt werden.

Vom Theaterplatz, inmitten der historischen Altstadt – dem Zentrum der Angriffe – setzte sich der Trauer- und Gedenkmarsch zu Ehren der ungezählten ermordeten Frauen, Kinder und Flüchtlinge kurz nach 19.00 Uhr in Bewegung. Untermalt von klassischer Musik zog der Fackelzug vorbei an Residenzschloß, Hofkirche und Zwinger, weiter über Schloß- und Wilsdruffer Straße zur Trümmerfrau am Dresdner Rathaus. In guter Tradition wurde hier eine Schweigeminute abgehalten und Kränze niedergelegt.

Verletzte durch friedlichen Protest – Dresden-Gedenken 2013

Verletzte durch friedlichen Protest – Dresden-Gedenken 2013

Planmäßig trafen gegen 18:00 Uhr die mit Bussen und Pkw angereisten Personen am Bahnhof in Dresden-Strehlen an und wurden durch die von der Organisationsleitung eingesetzten Personen in Empfang genommen und entsprechend instruiert. Nachdem der Lautsprecherwagen über die Oskarstraße zur Gruppe gestoßen war und auf dem Bahnsteig noch auf eine weitere S-Bahn mit anreisenden Teilnehmern gewartet wurde, trat die Versammlungsleitung mit dem Einsatzleiter der Polizei in Verbindung. Diese offerierte zunächst allerlei abenteuerliche Planspiele. So sollten die angereisten Teilnehmer in kleinen Gruppen zum Versammlungsort geführt werden.

Da jedoch die Situation rund um den Bahnhof-Strehlen bereits ausreichend bekannt war, wurden die Beamten mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass sich sämtliche Teilnehmer ausschließlich in einer geschlossenen Gruppe zum Versammlungsort bewegen werden und sich nicht, wie zunächst durch die Polizeiführung vorgesehen, in kleine Gruppen teilen lassen werde. Weiterhin wurde darauf verwiesen, dass sich die Gruppe umgehend nach Eintreffen der noch fehlenden S-Bahn in Bewegung setzen werde, welche auf Betreiben der Deutschen Bahn – mutmaßlich in Zusammenarbeit mit dem Führungsstab der Polizei – ohne ersichtlichen Grund in Dresden-Reick festgehalten wurde. Während die S-Bahn sich nun wieder in Bewegung setzte, wurde von Seiten des Einsatzleiters die nächste taktische Maßnahme an die Versammlungsleitung herangetragen. Diese besagte, man werde die Gruppe der Versammlungsteilnehmer aus Sicherheitsgründen über die Lennéstraße in das Dynamo-Stadion führen, um eine vermeintlich günstige Gelegenheit zum Weitermarsch abzuwarten. Diese Finte war gleichermaßen offensichtlich und lächerlich, sodass sie umgehend abgelehnt wurde.

Unverzüglich nach Eintreffen der noch fehlenden Teilnehmer setzte sich die Gruppe, bestehend aus schätzungsweise 400 Teilnehmern, in Bewegung. Nach aktuellen Informationen befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits rund 500 Gegendemonstranten, darunter auch kriminelle Gewalttäter, in unmittelbarer Nähe auf der Wiener Straße und stießen weiter ungehindert in Richtung unserer Gruppe vor. Trotz dieser angespannten Situation hatte die Polizei keine anderen Sorgen, als dass Fahnen eingerollt und Fackeln gelöscht werden sollten. Durch die hierbei erzwungenen Zwischenhalte und ein durch die eingesetzten Beamten bewusstes Verzögern gelang es gegnerischen Kräften, sich zu massieren und am Lennéplatz eine größere Blockade zu errichten. Die Spitze unserer Gruppe, welche über Oskar- und Tiergartenstraße in Richtung des Versammlungsortes geführt wurde, erreichte nun den Lennéplatz. Zunächst verfolgte die Polizei die Taktik, uns zügig an der Blockade vorbei zu führen. Während dieses Manövers, bei dem die Polizei tatsächlich auch Pfefferspray einsetzte, hagelte es plötzlich Flaschen und Steine aus den Reihen der „friedlichen“ Blockierer. Es gab Verletze und eine Scheibe des Lautsprecherwagens wurde durch einen Steinwurf zerstört. Anstatt nun, wie zu diesem Zeitpunkt noch möglich, unsere Gruppe zügig weiter über die Parkstraße aus der Gefahrenzone zu führen, stoppte die Polizei durch Gewaltanwendung die vorderen Teilnehmer und ließ es zu, dass immer mehr Gegendemonstranten unsere Gruppe umstellten. Wir saßen fest.

Wie bereits am Bahnhof-Strehlen, suchte auch nun die Versammlungsleitung umgehend den Kontakt zum Einsatzleiter der Polizei, welcher erst auf mehrmaliges Drängen hin greifbar war. In bekannter Art und Weise wurden nun die unterschiedlichsten Aussagen aus dem Sammelsurium der Hinhaltetaktiken herausgekramt. Man warte auf Befehle, man warte auf Verstärkung um zu räumen. Parallel wurde es der Versammlungsleitung untersagt, das Lautsprecherfahrzeug einzusetzen und die eigenen Teilnehmer über den aktuellen Stand zu informieren. Um die Gesundheit der Teilnehmer durch mögliche Polizeigewalt nicht weiter zu gefährden, wurde diese Maßgabe auch zunächst eingehalten. Immer weiter flogen Flaschen und Steine in die Reihen der Teilnehmer, ohne dass die Polizei dagegen einschritt. Als Antwort auf die Aufforderung der Versammlungsleitung, gegen diese Straftaten vorzugehen, verkündete der zuständige Einsatzleiter, er könne zu diesem Zeitpunkt keine Straftaten feststellen und ohnehin mangels detaillierter Täterbeschreibung nicht tätig werden. Weiter hieß es, es gelte ab nun der Befehl, die hier eingekesselten Versammlungsteilnehmer bis 23 Uhr „statisch“ zu halten, was nichts anderes als „weiter festhalten“ bedeutet.

Angesichts dieser Zustände wurde nun doch der Lautsprecherwagen eingesetzt, um die Teilnehmer über die aktuelle Situation zu informieren. Transparente wurden ausgebreitet, Fahnen entrollt, Fackeln entzündet und der Kranz aufgesellt. Immer wieder wechselten sich nun die Reden von Udo Pastörs, Sebastian Schmidtke und Stefan Köster mit klassischer Musik ab. So führten die schätzungsweise 400 Teilnehmer, gleich einem Auge inmitten eines tobenden Sturmes, ihre Kundgebung durch. Während dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Übergriffen auf Versammlungsteilnehmer Seitens der Polizei.

Gegen 22:30 Uhr öffnete sich plötzlich wie von Geisterhand und vollkommen freiwillig die Blockade in Richtung Lennéplatz / Tiergartenstraße und die Gruppe wurde ohne weiteren Kommentar durch die Polizeiführung, welche mittlerweile nicht mehr auffindbar war, zurückgeführt. Hierzu ist anzumerken, dass während der gesamten Zeit der Blockade verschiedene Anwälte und scheinbar Verantwortliche der Blockierer immer wieder in Verhandlung mit der Polizeiführung standen und offensichtlich verschiedene Pläne anhand einer Stadtkarte erläuterten, während die Interventionen von Seiten eines Rechtsanwaltes unsererseits an der grenzenlosen Arroganz Seitens des Einsatzleiters scheiterten. Ein abschließender Dank hat an dieser Stelle wohl den Sanitätern des Kameradschaftsdienstes zu gelten, die während der Zeit im Kessel 34 Verletzte durch Pfefferspray, 1 Kopfplatzwunde durch Flaschenwurf sowie 3 Prellungen durch Knüppeleinsatz behandeln mussten, wobei dies lediglich die bekannt gewordene Zahl an Verletzungen darstellt.

Gegen den Wind – Dresden-Gedenken 2012

Gegen den Wind – Dresden-Gedenken 2012

2.000 Gäste aus mehreren europäischen Nationen begleiteten den Trauer- und Gedenkmarsch im ehrenden Gedenken der Dresdner Luftkriegstoten vom 13. Februar 1945. Neben den aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmern wohnten auch Delegationen unter anderem aus den Niederlanden, Russland, der Tschechischen Republik, Schweden, Irland, der Schweiz und Finnland der Veranstaltung bei.

„Wieviele starben? Wer kennt die Zahl? An Deinen Wunden sieht man die Qual der Namenlosen die hier verbrannt im Höllenfeuer aus Menschenhand.“

In einem großen Karree aufgestellt, warten Sie. Gedankenversunken suchen ihre Blicke Halt auf den Trauerkränzen vor Ihnen. Was mag sich abgespielt haben an jenem Ort vor 67Jahren, welche Menschenschicksale, welches Leid?! Trommelwirbel erklingen, reißen sie aus Ihren Gedanken, verhallen langsam wieder in der kalten Februarnacht. Es ist gegen 18.30 Uhr als die Grußbotschaft* befreundeter Nationen, in diesem Jahr überbracht aus Finnland, verlesen wird. Kurz darauf wird Aufstellung genommen, hallen vereinzelte Kommandos über den Platz. Fackeln werden entzündet und tauchen den Trauerzug in ein warmes Licht. Kurz nach 19.00 Uhr setzt sich der Marsch in Bewegung und biegt auf die Ammonstraße ein.

Den Blick gesenkt, doch erhobenen Hauptes schreitet Reihe um Reihe langsam voran. Klassische Musik erfüllt die abendliche Stille und Meter für Meter bahnt sich der Marsch seinen Weg über die Falkenstraße. Fahnen mit dem Dresdner Wappen wehen über den Köpfen der Kranzträger, viele Spruchbänder werden mitgetragen. Am Sternplatz gellen plötzlich Pfiffe herüber. Hinter der Absperrung stehen sie – jene, die den Trauermarsch verhindern wollten. Bei allen Abstrichen, welche die äußeren Umstände letztendlich wie zu erwarten herbeigeführt haben – ihr Ziel den Trauermarsch zu verhindern erreichten sie nicht.

Weiter zieht der Marsch über die Güterbahnhofstraße und schon biegen die ersten wieder auf die Ammonstraße ein, während sich das Ende des Zuges gerade zwischen die Wohnblöcke der Falkenstraße schiebt. Am Platz angekommen, nehmen sie noch einmal Aufstellung. Gemeinsam wollen sie die Toten von Dresden in Ihre Reihen zurückrufen. Der Totenehrung von Eckhardt Bräuninger folgt die Ansprache von Dr. Olaf Rose. Kurz darauf endet mit einigen abschließenden Worten der Dresdner Trauer- und Gedenkmarsch 2012.

* Grußworte der finnischen Delegation

Freunde und Kameraden!

Es ist eine Ehre, diesen Tag in dieser historischen Stadt mit Euch teilen zu dürfen. Dieser Tag ist einer von vielen Tagen der Trauer, welche uns die so genannte westliche Welt hinterlassen hat.

Dresden, Hiroshima, Nagasaki, Kabul, Baghdad, als nächstes Teheran? Was diese historischen Städte gemeinsam haben ist der Fakt, das sie zu verschiedenen Zeiten Opfer des westlichen Terrors wurden und der Schmerz und die Trauer der Einwohner dieser Städte unterdrückt und überschattet wurde von der so genannten zivilisierten Welt und der Befreiung der Siegermächte. Das Verbrechen was dem Krieg folgte, in Europa und der ganzen Welt ist, das die alten Kulturen ersetzt werden durch Materialismus und die Kultur der Besatzer – ist das Freiheit? Können wir es Freiheit nennen, das wir in jedem noch so entfernten Winkel der Welt zu McDonalds gehen können und identische Mahlzeiten einnehmen wo immer wir auch hingehen?

Nein das ist es nicht Kameraden! Heute, wenn wir der Opfer des alliierten Bombenterrors von Dresden gedenken, dann demonstrieren wir auch für Freiheit. Für die Freiheit, das alle Nationen ihre Kultur bewahren und ihre eigene Identität leben können ohne die Einmischung der großen westlichen Staaten.

Darüber hinaus ist dieser Tag ein Zeichen des Willens, der Gemeinschaft und Aufopferung. An diesem Tag gibt es viele Leute, die das Gedenken an die Toten begehen wollen – das Haupt erhoben, umringt von Kameraden und Freunden, und ungeachtet der äußeren Faktoren.
Die nordische Widerstandsbewegung wird niemals vergessen und weiter dafür kämpfen, dass dieser Tag niemals vergessen wird.

Ich schließe mit den Worten des großen Finnen, Elias Simojoki:

„Junge Menschen, geht gegen den Wind, auch wenn ihr kriechen müsst wenn man es anders nicht schafft, aber denkt daran: geht immer gegen den Wind!”