von Dresden-Admin_2025 | Feb. 14, 2013 | Gedenkmarsch Nachbericht
Planmäßig trafen gegen 18:00 Uhr die mit Bussen und Pkw angereisten Personen am Bahnhof in Dresden-Strehlen an und wurden durch die von der Organisationsleitung eingesetzten Personen in Empfang genommen und entsprechend instruiert. Nachdem der Lautsprecherwagen über die Oskarstraße zur Gruppe gestoßen war und auf dem Bahnsteig noch auf eine weitere S-Bahn mit anreisenden Teilnehmern gewartet wurde, trat die Versammlungsleitung mit dem Einsatzleiter der Polizei in Verbindung. Diese offerierte zunächst allerlei abenteuerliche Planspiele. So sollten die angereisten Teilnehmer in kleinen Gruppen zum Versammlungsort geführt werden.
Da jedoch die Situation rund um den Bahnhof-Strehlen bereits ausreichend bekannt war, wurden die Beamten mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass sich sämtliche Teilnehmer ausschließlich in einer geschlossenen Gruppe zum Versammlungsort bewegen werden und sich nicht, wie zunächst durch die Polizeiführung vorgesehen, in kleine Gruppen teilen lassen werde. Weiterhin wurde darauf verwiesen, dass sich die Gruppe umgehend nach Eintreffen der noch fehlenden S-Bahn in Bewegung setzen werde, welche auf Betreiben der Deutschen Bahn – mutmaßlich in Zusammenarbeit mit dem Führungsstab der Polizei – ohne ersichtlichen Grund in Dresden-Reick festgehalten wurde. Während die S-Bahn sich nun wieder in Bewegung setzte, wurde von Seiten des Einsatzleiters die nächste taktische Maßnahme an die Versammlungsleitung herangetragen. Diese besagte, man werde die Gruppe der Versammlungsteilnehmer aus Sicherheitsgründen über die Lennéstraße in das Dynamo-Stadion führen, um eine vermeintlich günstige Gelegenheit zum Weitermarsch abzuwarten. Diese Finte war gleichermaßen offensichtlich und lächerlich, sodass sie umgehend abgelehnt wurde.
Unverzüglich nach Eintreffen der noch fehlenden Teilnehmer setzte sich die Gruppe, bestehend aus schätzungsweise 400 Teilnehmern, in Bewegung. Nach aktuellen Informationen befanden sich zu diesem Zeitpunkt bereits rund 500 Gegendemonstranten, darunter auch kriminelle Gewalttäter, in unmittelbarer Nähe auf der Wiener Straße und stießen weiter ungehindert in Richtung unserer Gruppe vor. Trotz dieser angespannten Situation hatte die Polizei keine anderen Sorgen, als dass Fahnen eingerollt und Fackeln gelöscht werden sollten. Durch die hierbei erzwungenen Zwischenhalte und ein durch die eingesetzten Beamten bewusstes Verzögern gelang es gegnerischen Kräften, sich zu massieren und am Lennéplatz eine größere Blockade zu errichten. Die Spitze unserer Gruppe, welche über Oskar- und Tiergartenstraße in Richtung des Versammlungsortes geführt wurde, erreichte nun den Lennéplatz. Zunächst verfolgte die Polizei die Taktik, uns zügig an der Blockade vorbei zu führen. Während dieses Manövers, bei dem die Polizei tatsächlich auch Pfefferspray einsetzte, hagelte es plötzlich Flaschen und Steine aus den Reihen der „friedlichen“ Blockierer. Es gab Verletze und eine Scheibe des Lautsprecherwagens wurde durch einen Steinwurf zerstört. Anstatt nun, wie zu diesem Zeitpunkt noch möglich, unsere Gruppe zügig weiter über die Parkstraße aus der Gefahrenzone zu führen, stoppte die Polizei durch Gewaltanwendung die vorderen Teilnehmer und ließ es zu, dass immer mehr Gegendemonstranten unsere Gruppe umstellten. Wir saßen fest.
Wie bereits am Bahnhof-Strehlen, suchte auch nun die Versammlungsleitung umgehend den Kontakt zum Einsatzleiter der Polizei, welcher erst auf mehrmaliges Drängen hin greifbar war. In bekannter Art und Weise wurden nun die unterschiedlichsten Aussagen aus dem Sammelsurium der Hinhaltetaktiken herausgekramt. Man warte auf Befehle, man warte auf Verstärkung um zu räumen. Parallel wurde es der Versammlungsleitung untersagt, das Lautsprecherfahrzeug einzusetzen und die eigenen Teilnehmer über den aktuellen Stand zu informieren. Um die Gesundheit der Teilnehmer durch mögliche Polizeigewalt nicht weiter zu gefährden, wurde diese Maßgabe auch zunächst eingehalten. Immer weiter flogen Flaschen und Steine in die Reihen der Teilnehmer, ohne dass die Polizei dagegen einschritt. Als Antwort auf die Aufforderung der Versammlungsleitung, gegen diese Straftaten vorzugehen, verkündete der zuständige Einsatzleiter, er könne zu diesem Zeitpunkt keine Straftaten feststellen und ohnehin mangels detaillierter Täterbeschreibung nicht tätig werden. Weiter hieß es, es gelte ab nun der Befehl, die hier eingekesselten Versammlungsteilnehmer bis 23 Uhr „statisch“ zu halten, was nichts anderes als „weiter festhalten“ bedeutet.
Angesichts dieser Zustände wurde nun doch der Lautsprecherwagen eingesetzt, um die Teilnehmer über die aktuelle Situation zu informieren. Transparente wurden ausgebreitet, Fahnen entrollt, Fackeln entzündet und der Kranz aufgesellt. Immer wieder wechselten sich nun die Reden von Udo Pastörs, Sebastian Schmidtke und Stefan Köster mit klassischer Musik ab. So führten die schätzungsweise 400 Teilnehmer, gleich einem Auge inmitten eines tobenden Sturmes, ihre Kundgebung durch. Während dieser Zeit kam es auch immer wieder zu Übergriffen auf Versammlungsteilnehmer Seitens der Polizei.
Gegen 22:30 Uhr öffnete sich plötzlich wie von Geisterhand und vollkommen freiwillig die Blockade in Richtung Lennéplatz / Tiergartenstraße und die Gruppe wurde ohne weiteren Kommentar durch die Polizeiführung, welche mittlerweile nicht mehr auffindbar war, zurückgeführt. Hierzu ist anzumerken, dass während der gesamten Zeit der Blockade verschiedene Anwälte und scheinbar Verantwortliche der Blockierer immer wieder in Verhandlung mit der Polizeiführung standen und offensichtlich verschiedene Pläne anhand einer Stadtkarte erläuterten, während die Interventionen von Seiten eines Rechtsanwaltes unsererseits an der grenzenlosen Arroganz Seitens des Einsatzleiters scheiterten. Ein abschließender Dank hat an dieser Stelle wohl den Sanitätern des Kameradschaftsdienstes zu gelten, die während der Zeit im Kessel 34 Verletzte durch Pfefferspray, 1 Kopfplatzwunde durch Flaschenwurf sowie 3 Prellungen durch Knüppeleinsatz behandeln mussten, wobei dies lediglich die bekannt gewordene Zahl an Verletzungen darstellt.
von Dresden-Admin_2025 | Feb. 14, 2012 | Gedenkmarsch Nachbericht
2.000 Gäste aus mehreren europäischen Nationen begleiteten den Trauer- und Gedenkmarsch im ehrenden Gedenken der Dresdner Luftkriegstoten vom 13. Februar 1945. Neben den aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Teilnehmern wohnten auch Delegationen unter anderem aus den Niederlanden, Russland, der Tschechischen Republik, Schweden, Irland, der Schweiz und Finnland der Veranstaltung bei.
„Wieviele starben? Wer kennt die Zahl? An Deinen Wunden sieht man die Qual der Namenlosen die hier verbrannt im Höllenfeuer aus Menschenhand.“
In einem großen Karree aufgestellt, warten Sie. Gedankenversunken suchen ihre Blicke Halt auf den Trauerkränzen vor Ihnen. Was mag sich abgespielt haben an jenem Ort vor 67Jahren, welche Menschenschicksale, welches Leid?! Trommelwirbel erklingen, reißen sie aus Ihren Gedanken, verhallen langsam wieder in der kalten Februarnacht. Es ist gegen 18.30 Uhr als die Grußbotschaft* befreundeter Nationen, in diesem Jahr überbracht aus Finnland, verlesen wird. Kurz darauf wird Aufstellung genommen, hallen vereinzelte Kommandos über den Platz. Fackeln werden entzündet und tauchen den Trauerzug in ein warmes Licht. Kurz nach 19.00 Uhr setzt sich der Marsch in Bewegung und biegt auf die Ammonstraße ein.
Den Blick gesenkt, doch erhobenen Hauptes schreitet Reihe um Reihe langsam voran. Klassische Musik erfüllt die abendliche Stille und Meter für Meter bahnt sich der Marsch seinen Weg über die Falkenstraße. Fahnen mit dem Dresdner Wappen wehen über den Köpfen der Kranzträger, viele Spruchbänder werden mitgetragen. Am Sternplatz gellen plötzlich Pfiffe herüber. Hinter der Absperrung stehen sie – jene, die den Trauermarsch verhindern wollten. Bei allen Abstrichen, welche die äußeren Umstände letztendlich wie zu erwarten herbeigeführt haben – ihr Ziel den Trauermarsch zu verhindern erreichten sie nicht.
Weiter zieht der Marsch über die Güterbahnhofstraße und schon biegen die ersten wieder auf die Ammonstraße ein, während sich das Ende des Zuges gerade zwischen die Wohnblöcke der Falkenstraße schiebt. Am Platz angekommen, nehmen sie noch einmal Aufstellung. Gemeinsam wollen sie die Toten von Dresden in Ihre Reihen zurückrufen. Der Totenehrung von Eckhardt Bräuninger folgt die Ansprache von Dr. Olaf Rose. Kurz darauf endet mit einigen abschließenden Worten der Dresdner Trauer- und Gedenkmarsch 2012.
* Grußworte der finnischen Delegation
Freunde und Kameraden!
Es ist eine Ehre, diesen Tag in dieser historischen Stadt mit Euch teilen zu dürfen. Dieser Tag ist einer von vielen Tagen der Trauer, welche uns die so genannte westliche Welt hinterlassen hat.
Dresden, Hiroshima, Nagasaki, Kabul, Baghdad, als nächstes Teheran? Was diese historischen Städte gemeinsam haben ist der Fakt, das sie zu verschiedenen Zeiten Opfer des westlichen Terrors wurden und der Schmerz und die Trauer der Einwohner dieser Städte unterdrückt und überschattet wurde von der so genannten zivilisierten Welt und der Befreiung der Siegermächte. Das Verbrechen was dem Krieg folgte, in Europa und der ganzen Welt ist, das die alten Kulturen ersetzt werden durch Materialismus und die Kultur der Besatzer – ist das Freiheit? Können wir es Freiheit nennen, das wir in jedem noch so entfernten Winkel der Welt zu McDonalds gehen können und identische Mahlzeiten einnehmen wo immer wir auch hingehen?
Nein das ist es nicht Kameraden! Heute, wenn wir der Opfer des alliierten Bombenterrors von Dresden gedenken, dann demonstrieren wir auch für Freiheit. Für die Freiheit, das alle Nationen ihre Kultur bewahren und ihre eigene Identität leben können ohne die Einmischung der großen westlichen Staaten.
Darüber hinaus ist dieser Tag ein Zeichen des Willens, der Gemeinschaft und Aufopferung. An diesem Tag gibt es viele Leute, die das Gedenken an die Toten begehen wollen – das Haupt erhoben, umringt von Kameraden und Freunden, und ungeachtet der äußeren Faktoren.
Die nordische Widerstandsbewegung wird niemals vergessen und weiter dafür kämpfen, dass dieser Tag niemals vergessen wird.
Ich schließe mit den Worten des großen Finnen, Elias Simojoki:
„Junge Menschen, geht gegen den Wind, auch wenn ihr kriechen müsst wenn man es anders nicht schafft, aber denkt daran: geht immer gegen den Wind!”
von Dresden-Admin_2025 | Feb. 14, 2011 | Gedenkmarsch Nachbericht
Am Sonntag, den 13. Februar 2011, fand in Dresden der im Jahr 1999 erstmals veranstaltete Trauermarsch statt. Unter den angereisten mindestens 1800 Teilnehmern waren auch Vertreter verschiedener europäischer Staaten. So etwa aus Litauen, welche auch bei der Abschlusskundgebung ein Grußwort vortrugen. Aber auch Delegationen aus Portugal, Dänemark, Norwegen und Schweden waren anwesend.
Der Veranstaltungsbereich selbst, war zuvor von der Polizei weiträumig abgeriegelt worden, so dass es zum Teil einige Mühe kostete zum Treffpunkt zu gelangen. So stieß noch während der Auftaktkundgebung eine Gruppe von etwa 300 Teilnehmern zum Versammlungsort vor. Diese Gruppe musste nun, auf Anordnung der Polizei, noch einmal über die Auflagen informiert werden, bevor sie zur Veranstaltung durchgelassen wurde. Währenddessen sprach Dr. Olaf Rose zu den bereits am Versammlungsplatz eingetroffenen Teilnehmern.
Gegen 16:45 Uhr setzte sich der Marsch in Bewegung. Über Strehlener Straße, Strehlener Platz, Ackermannstraße zog sich Reihe um Reihe der mit brennenden Fackeln gesäumte Zug. Ein emotionaler Anblick, welchen es zuletzt im Jahr 2009 in Dresden gegeben hatte, als das Aktionsbündnis gegen das Vergessen, nach Rückzug der Anmeldung von Seiten der JLO, den Trauermarsch organisiert hatte. Das Aktionsbündnis war es auch, welches bereits die gesamte Woche zuvor, gemeinsam mit seinen Unterstützern eine herausragende Vorarbeit geleistet hatte. Nach einem jahrelangen Abrücken von der inhaltlichen Auseinandersetzung mit der Zerstörung Dresdens am 13.Februar 1945 durch die bisherigen Verantwortlichen, konnte so in den letzten Jahren immer wieder ein kleines Stück dieser Auseinandersetzung zurück gewonnen werden.
Gegen 19:15 Uhr erreichte der Trauermarsch seinen Ausgangspunkt am Dresdner Hauptbahnhof. Nachdem Aufstellung genommen wurde, sprach ein Kamerad aus Litauen ein Grußwort. Ihm folgte die Rede des Sprechers de Dresdner Aktionsbündnisses gegen das Vergessen, Maik Müller, der die Gefallenen der Heimatfront in die Reihen der Versammelten zurückrief. Während einer Schweigeminute wurde der Kranz symbolisch niedergelegt. Nach der Totenehrung, welche sehr ehrenvoll abgehalten wurde, sang man gemeinsam das Lied der Deutschen, wonach dasdiesjährige Dresden-Gedenken beendet wurde.
von Dresden-Admin_2025 | Feb. 14, 2009 | Gedenkmarsch Nachbericht
Nicht der Täter „geh-denken“, sondern der Opfer! Unter diesem Motto stand das Dresden-Gedenken am 13. Februar 2009 in der sächsischen Elbestadt, das um 18.30 Uhr eröffnet wurde. Als erster Redner überbrachte Enrique Valls, Abgeordneter der Alianza Nacional aus Spanien, die Grußworte aus seiner Heimat. Kurz darauf formierte sich der Zug und setzte sich nach dem Entzünden der Fackeln, begleitet von klassischer Musik, in Bewegung.
1200 Menschen, die Jungen Seite an Seite mit der Erlebnisgeneration, bewegten sich im Fackelschein durch das abendliche Dresden. Unter Ihnen Vertreter aus der Tschechischen Republik, Österreich und wie bereits erwähnt, Spanien. Langsam und bedächtig schoben sich die in 4er und 5er Reihen Angetretenen vorwärts. Erst als die Spitze des Marsches schon weit in die Falkenstraße vorgedrungen war, verließen die letzten Teilnehmer den Sammelplatz.
Die großen Wohnhäuser warfen die en Marsch begleitende, klassische Musik zurück und hier und da, verfolgten neugierige Blicke aus den unzähligen beleuchteten Fenstern die Menschen auf der Straße. Weiter führte der Weg zum Wettiner Platz, wo zur Zwischenkundgebung Aufstellung genommen wurde.
Trommelschläge eröffneten die Zwischenkundgebung. Das Wort hatte nun Andreas Biere von der „Initiative gegen das Vergessen“ aus Magdeburg. Neben vielen anderen deutschen Städten, wurde auch Magdeburg, ebenso wie Dresden, zum Ziel angloamerikanischen Bombenterrors gegen die deutsche Zivilbevölkerung. Auch in Magdeburg treten Jahr um Jahr junge Menschen zum Ehrendienst an, um an das Schicksal ihrer Stadt zu erinnern und die Tradition des Gedenkens wach zu halten. Gerade im Hinblick auf die Pflege dieser Erinnerungskultur, welche einen festen Bestandteil unserer Volksseele darstellt, sind sowohl die „Initiative gegen das Vergessen“ aus Magdeburg, wie auch das „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“ aus Dresden, eng miteinander verbunden. So richtete als zweiter Redner der Kundgebung, der Sprecher des Aktionsbündnisses, Maik Müller, seine Worte an die Anwesenden. Nach dem Niederlegen des Kranzes und einer Schweigeminute, formierte sich der Zug erneut.
Nachdem der Kranz wieder aufgenommen, heruntergebrannte Fackeln gegen neue ausgetauscht waren, kam wieder Bewegung in die Reihen. Noch einmal kündeten die Spruchbänder vom festen Willen der Marschierenden. So unterschiedlich die Bänder auch waren, so eindeutig lautete die Mahnung an sich selbst, gleichermaßen auch das Versprechen an die Toten unseres Volkes: „Wir vergessen nicht!“. Nach der Ankunft am Sammelplatz, wurde das Dresden-Gedenken 2009 nach einer kurzen Ansprache für beendet erklärt.